Suche nach Demut und Einkehr
- arehfisch

- 7. Apr.
- 1 Min. Lesezeit

In den folgenden Tagen vertiefte ich mich in Richard Rohrs Gedanken. Er schrieb über die notwendigen Niederlagen des Lebens, über das Scheitern als Tor zur Weisheit, über die Gnade, die sich oft als Krise verkleidet. Jedes Wort traf ins Schwarze.
Während ich durch die stillen Gänge des Klosters wandelte, begannen sich meine eigenen Erfahrungen in einem neuen Licht zu zeigen. All die Momente, in denen ich mich als Versager gefühlt hatte, all die Situationen, in denen meine Pläne gescheitert waren – vielleicht waren sie keine Niederlagen gewesen, sondern Einladungen zu etwas Tieferem?
Die Mönche, denen ich gelegentlich begegnete, strahlten für mich eine Ruhe aus, die ich schon lange nicht mehr gespürt hatte. Ich konnte nicht wegsehen. Sie schienen ein Geheimnis zu kennen, das ich erst zu erahnen begann. In ihren Gesichtern las ich nicht Resignation, sondern eine tiefe Zufriedenheit, die von innen kam. Ich fragte mich, wie es wohl sei, wenn man sein Leben mehr von innen heraus lebt, als dauernd im Außen verzweifelt nach etwas zu suchen. Ist das der wahre Weg?
Bei den Gebetszeiten saß ich oft in der letzten Bank und lauschte den gregorianischen Gesängen. Die alten Melodien schienen direkt in meine Seele zu dringen und dort etwas zu berühren, das lange verschüttet gewesen war. War das Demut? Diese Bereitschaft, sich von etwas Größerem tragen zu lassen?






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